Steißbeinschmerzen (Coccygodynie)

Becken- und Steißbeinschmerzen – wenn Sitzen zur Belastung wird

Becken- und Steißbeinschmerzen (Coccygodynie) zählen zu den besonders belastenden Schmerzsyndromen.
Viele Betroffene leiden vor allem unter Steißbeinschmerzen beim Sitzen – selbst kurze Autofahrten oder längere Besprechungen werden zur Herausforderung.

Neben der körperlichen Einschränkung entstehen häufig auch seelische Belastungen: Unsicherheit, Frustration und das Gefühl, mit den Beschwerden allein zu sein.


Die typische Ärzteodyssee

Viele Patientinnen und Patienten berichten von langen Leidenswegen:

• wiederholte Arztkontakte
• MRT- oder Röntgenuntersuchungen ohne richtungsweisenden Befund
• Injektionen oder Schmerzmittel
• Sitzkissen als Dauerlösung

Nicht selten hören Betroffene Sätze wie:

„Im MRT ist alles unauffällig.“
„Da kann man wenig machen.“

Die Beschwerden bleiben – und damit das Gefühl, nicht wirklich verstanden zu werden.

Gerade bei Frauen – insbesondere nach Schwangerschaft oder Geburt – treten Steißbeinschmerzen häufig auf. Dennoch wird dieser Bereich in der medizinischen Routineversorgung oft nicht gezielt funktionell untersucht.


Mein Behandlungsschwerpunkt

Seit vielen Jahren habe ich mich auf die konservative Behandlung von Steißbein- und Beckenschmerzen spezialisiert.

Patientinnen und Patienten kommen inzwischen aus ganz Deutschland sowie aus dem benachbarten Ausland gezielt zu mir. Diese Nachfrage verdeutlicht, wie unterrepräsentiert dieser Bereich in der regulären Versorgung häufig ist.

Nach meiner Erfahrung liegt die Ursache der Beschwerden nur selten im Knochen selbst – weder im Steißbein noch im knöchernen Becken.


Warum klassische Bildgebung oft nicht weiterführt

Untersuchungen wie MRT oder Röntgen sind wichtig zum Ausschluss schwerwiegender Erkrankungen.

Für die eigentliche Coccygodynie-Therapie liefern sie jedoch häufig keinen entscheidenden Hinweis.

Fragen nach einem „verschobenen Steißbein“ oder einem „Beckenschiefstand“ lenken oft vom eigentlichen Problem ab.

Die Schmerzursache findet sich meist im umgebenden Weichteilgewebe:

• Muskulatur
• Sehnen und Bänder
• Faszien
• Beckenboden
• Gesäßmuskulatur
• untere Lendenwirbelsäule

Besonders häufig spielen sogenannte myofasziale Triggerpunkte eine Rolle.
Diese können auch entfernt vom eigentlichen Schmerzort liegen und dennoch ausgeprägte Schmerzen am Steißbein verursachen.

👉 Grundlegende Informationen zu Ursachen, funktionellen Mechanismen und konservativer Therapie von Becken- und Steißbeinschmerzen finden Sie auf unserer Übersichtsseite:
[Becken- und Steißbeinschmerzen – Ursachen und Behandlung]


Warum Frauen besonders häufig betroffen sind

Frauen entwickeln häufiger Steißbeinschmerzen als Männer.

Mögliche Faktoren:

• hormonell beeinflusstes Gewebe
• Schwangerschaft
• Geburt
• veränderte Beckenbodenmechanik

Gerade funktionelle Veränderungen nach Schwangerschaft oder Geburt sprechen erfahrungsgemäß gut auf eine gezielte manuelle Therapie an.

👉 Ausführliche Informationen zu Steißbein- und Beckenschmerzen nach Schwangerschaft oder Geburt finden Sie hier:
[Schmerzen nach Schwangerschaft]

Wichtig: Die Behandlung richtet sich selbstverständlich an Frauen und Männer gleichermaßen – der Schwerpunkt ergibt sich aus der Häufigkeit der Beschwerdebilder.


Mein Therapieansatz

Die Behandlung erfolgt individuell und ganzheitlich.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel von:

• Muskulatur
• Faszien
• Beckenboden
• Nervensystem
• vegetativer Regulation

Zum Einsatz kommen – je nach Befund –:

• Manuelle und osteopathische Techniken zur Lösung von Spannungen
• Triggerpunktbehandlung (inkl. Dry Needling)
• Beckenbodenbehandlung
o bei Frauen vaginal
o bei Männern rektal
• Regulation des vegetativen Nervensystems
• Ergänzend: Stoßwellentherapie

Alle Maßnahmen erfolgen mit größter Sorgfalt, Respekt und ausschließlich nach ausdrücklicher Zustimmung.
Eine Begleitperson kann jederzeit anwesend sein.


Behandlungserfolg und Prognose

Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits nach ein bis zwei Sitzungen über eine deutliche Linderung.

In der Regel sind drei bis fünf Behandlungen ausreichend, um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen.
Akute oder funktionell bedingte Beschwerden sprechen erfahrungsgemäß schneller an als langjährig chronifizierte Schmerzsyndrome.

Bei erfolgreicher Therapie treten die Beschwerden häufig nicht erneut auf.

Dies stellt kein Heilversprechen dar; die individuelle Prognose hängt von Dauer, Ursache und Begleitfaktoren ab.


Körper und Nervensystem – Schmerzen ganzheitlich verstehen

Chronische Schmerzen betreffen nicht nur Gewebe, sondern auch das Nervensystem.

Anhaltende Alarmbereitschaft, Schonhaltungen und Unsicherheit können Beschwerden verstärken.

Daher beziehe ich – je nach individueller Situation – regulierende Gespräche sowie vegetativ stabilisierende Maßnahmen in die Behandlung ein.

Ziel ist es nicht nur, Schmerzen zu lindern, sondern das Vertrauen in den eigenen Körper wiederherzustellen.


Terminvereinbarung und diskrete Betreuung

Die Terminvergabe erfolgt bequem online über Doctolib.

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Für Patientinnen und Patienten mit besonderem Diskretionsbedarf besteht zusätzlich die Möglichkeit einer vertraulichen Terminvereinbarung per E-Mail:

drschellmann@mvzmaintal.de

Alternativ können Sie zunächst einen „Vorstellungstermin“ als Neupatient buchen.
Hier fallen zunächst keine zusätzlichen Kosten an.

Sollten finanzielle Gründe einer Behandlung entgegenstehen, sprechen Sie mich bitte offen an – gemeinsam finden wir eine Lösung.


Dr. med. Jochen Schellmann
Facharzt für Allgemeinmedizin

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